09. Juni 2007 | FF Dabei — Nr. 12 / 2007
Die Kamera hat sie sofort geliebt - von Beatrix Altmann

Im Polizeiruf "Gefährliches Vertrauen" wird am 3. Juni, 20.15 Uhr, in der ARD die 13jährige Schülerin Isolda Dychauk (Foto) die Hauptrolle spielen: ein Mädchen, das in extreme Gefahr gerät. F.F. war beim Casting in Berlin dabei, um zu erfahren, wie junge Darsteller auf so einen schwierigen Part vorbereitet werden.

Das Mädchen hängt förmlich an den Lippen des attraktiven Gegenübers. Als der Mann sie bittet, ein paar Fotos von ihr machen zu dürfen, willigt die 13jährige Laura bereitwillig ein. Ihr Schüchternheit verwandelt sich in Neugierde und schließlich in Koketterie. "Aus! Sehr gut!" klingt es aus einer Ecke des Berliner Probenraumes, in dem Regisseur Bodo Fürneisen seine Hauptdarstellerin für den neuen RBB-Polizeiruf "Gefährliches Vertrauen" sucht. Sie soll die Nichte von Polizeihauptmeister Krause (Horst Krause) spielen, die in ihrer Freizeit gerne im Internet surft und einen Mann kennenlernt, der verdächtigt wird, einen Mord begangen zu haben.

Insgesamt 15 Mädchen zwischen 9 und 14 Jahren haben sich mit ihren Eltern eingefunden, betreut vom Caster und Coach Patrick Dreikauss, der seit acht Jahren mit Kindern und Jugendlichen arbeitet. "In unserer heutigen Szene wird das Mädchen körperlich bedroht und wir suchen nach einer ähnlichen Stress-Situation, die den Kindern jedoch greifbarer erscheint. Die Angst vor Spinnen beispielsweise kann den gleichen Effekt erzeugen, dämpft jedoch nicht die Spielfreude und hinterlässt keinen dauerhaften Schaden. Denn wir möchten, dass die Mädchen unbelastet nach Hause gehen und sich nicht mit einem Vergewaltigungs- oder Tötungsdelikt auseinander setzen müssen", erläutert der 36jährige Hamburger seine Herangehensweise.

Als nächste betritt Isolda Dychauk den Raum. Die Russin, die seit knapp fünf Jahren in Berlin lebt, spielte bereits eine Hauptrolle in dem ZDF-Film "Meine Farm in Irland" und in dem Fernsehfilm "Das Geheimnis meiner Schwester" mit Marianne Sägebrecht und Siegfried Rauch. Bevor das Achtungszeichen ertönt, kichert sie und benimmt sich wie ein ganz normaler Teenager, der sich jedoch blitzschnell in eine Schauspielerin verwandelt: der Text sitzt perfekt, ihr Gesten wirken natürlich und nicht einstudiert, und mit ihrem dennoch kindlichen Charme überzeugt sie das gesamte Team. "Es gibt Menschen, die von der Kamera angenommen und andere, die von ihr abgelehnt werden. Und Isolda gehört eindeutig zur ersten Kategorie", schwärmt der Regisseur, der sich vom übersprudelnden Lachen der Darstellerin anstecken lässt.

Die Rolle der orientierungslosen Laura ist der 13jährigen vollkommen fremd: "ich würde niemals auf die Idee kommen, meine Freunde beim Chatten kennenzulernen und Probleme bespreche ich generell mit meiner Familie", sagt sie selbstbewusst. Diese Sicherheit hat sie auch Patrick Dreikauss zu verdanken, der sie sorgfältig auf die Figur vorbereitet hat. Er übt noch einmal die Szene mit ihr, flüstert ihr einige ermunternde Worte ins Ohr. Dann wird ein letztes Mal die Kamera eingeschaltet und allen wird sofort klar: Isolda ist ihrem Traum wieder ein Stück näher gekommen. Sie wird im Polizeiruf "Gefährliches Vertrauen" die Hauptrolle spielen. Laura - ein Mädchen in tödlicher Gefahr...